
Stell dir vor, du sitzt an einem idyllischen Weiher, die Sonne geht langsam auf und die Natur erwacht zum Leben. Deine Pose steht still zwischen den Seerosenblättern und plötzlich sendet sie kleine Wellenkreise aus. Die Schleie, eine echte Meisterin der Tarnung, hat angebissen. Die Spannung steigt, denn das Angeln auf Schleie erfordert nicht nur Geduld, sondern auch Wissen über die Geheimnisse dieses faszinierenden Fisches. In diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst, um die moosgrüne Schönheit erfolgreich zu überlisten und deinen Fang stolz in die Höhe zu halten.
Steckbrief Schleie
- Wissenschaftlicher Name: Tinca tinca
- Familie: Cyprinidae (Karpfenfische)
- Durchschnittsgröße: 25–60 cm
- Durchschnittsgewicht: 1–3 kg
- Lebensraum: Seen, Teiche, langsame Flüsse mit dichtem Pflanzenwuchs
- Besonderheit: Dicke Schleimschicht als Schutz vor äußeren Einflüssen
Die Schleie: Ein besonderer Fisch für versierte Angler
Die Schleie (Tinca tinca) ist ein faszinierender Fisch, der in vielen Gewässern Deutschlands vorkommt. Sie bevorzugt wärmere Seen mit dichtem Pflanzenwuchs oder strömungsarme Flüsse mit weichem Grund. Diese Lebensräume bieten ihr Schutz und reichlich Nahrung. Dank der dicken Schleimschicht, die ihren Körper umhüllt und vor äußeren Einflüssen schützt, hat sie einen evolutionären Vorteil gegenüber anderen Fischen. Diese Schleimschicht ermöglicht es der Schleie, selbst in widrigen Bedingungen wie bei Trockenheit in kleinen Tümpeln zu überleben, wenn andere Fische längst verendet sind.
Die moosgrüne Schönheit ist ein nachtaktiver und sehr vorsichtiger Fisch. Tagsüber hält sie sich zwischen dichten Pflanzen- und Seerosenfeldern auf, wo sie bestens getarnt ist. Mit Einbruch der Dämmerung beginnt die Schleie ihre Nahrungssuche. Ihr Speiseplan besteht überwiegend aus tierischer Nahrung, wie Schnecken, Muscheln, Insekten und deren Larven, die sie am schlammigen Gewässergrund aufspürt. Gelegentlich nimmt sie auch vegetarische Kost in Form von Algen zu sich.
Wo man die Schleie findet
- Wärmere Seen mit dichtem Pflanzenwuchs
- Strömungsarme Flüsse mit weichem Grund
- Kleine Tümpel und Weiher
- Gewässer mit Schilf, Kraut und Seerosen
- Schlammige Ufer mit Pflanzenbewuchs
Selbsthakmontage: Effektiv und erfolgreich
Eine bewährte Methode beim Schleienangeln ist die Selbsthakmontage. Sobald die Dämmerung anbricht, durchstreifen die Schleien ihr Revier auf der Suche nach Nahrung. Bei dieser Methode wird der Köder nah am Boden oder direkt auf dem Grund angeboten, was die Schleien besonders anspricht. Eine typische Selbsthakmontage fürs Schleienangeln besteht aus einer 0,28er monofilen Schnur, einem Flechtvorfach (Haar) und einem 8er Haken.
Für das Grundangeln auf Schleie ist auch die Futterkorb-Montage sehr effektiv. Dabei wird ein beschwerter Futterkorb verwendet, der die Montage am Boden hält und die Fische anlockt. Eine gute Futtermischung für Schleien enthält Mais, Haferflocken, Teig sowie Lebendfutter wie Würmer und Maden. Durch Zugabe von Komposterde, Rotwurmhack und Paniermehl kann die Mischung verfeinert werden. Achte darauf, dass die Mischung nicht zu viele kleine Partikel enthält, um kleinere Weißfische fernzuhalten und gezielt Schleien anzulocken.
Die Bodenhaftung des Köders ist entscheidend, da die Schleie ihre Nahrung direkt vom Grund aufnimmt. Ein Köder, der über dem Grund schwebt, wirkt unnatürlich und wird von den Fischen oft ignoriert. Das Wurmbündel wird auf einen 6er bis 8er Haken gezogen, wobei die Rotwürmer mehrfach aufgespießt werden sollten. Die Wurmenden dürfen nicht zu lang sein, um Fehlbisse zu vermeiden.
Mit der Pose auf Schleie: Klassisch und bewährt
Das Angeln auf Schleie mit der Pose ist der Inbegriff des klassischen Angelns. Du sitzt an einem kleinen Weiher, die Sonne geht auf, und dein Blick ruht auf der Posenantenne zwischen den Seerosen. Ein kräftiger Fisch wie die Schleie erfordert jedoch die richtige Ausrüstung: Kräftige Matchruten mit rund 30 Gramm Wurfgewicht oder englische Posenruten mit 1 bis 1,5 lb Testkurve sind ideal. Kombiniere sie mit einer Stationärrolle und einer 0,18 bis 0,22 Millimeter starken monofilen Schnur.
Bei den Posen bevorzuge lange Waggler, da sie Hebebisse deutlich anzeigen und auch bei Wind stabil im Wasser stehen. Möchtest du in die Dunkelheit hinein angeln, wähle Posen, an denen sich Mini-Knicklichter befestigen lassen. Die klassische Liftmontage ist für Schleien ideal, da sie sofort reagiert, wenn der Fisch den Köder nimmt. Kleinere Posenbewegungen entstehen oft dadurch, dass die Fische beim Fressen gegen die Schnur kommen. Anschlagen solltest du erst, wenn die Pose zügig wandert, abtaucht oder aus dem Wasser steigt.
Angeltechniken für Schleie
- Selbsthakmontage: Köder nah am Boden oder direkt auf dem Grund angeboten
- Futterkorb-Montage: Beschwerter Futterkorb hält Montage am Grund und lockt Fische an
- Posenangeln: Verwendung langer Waggler-Posen, klassische Liftmontage für schnelle Reaktion
- Grundangeln: Tiroler Hölzl oder freie Leine bei schlammigen Gewässern
- Posenangeln: Genaues Beobachten der Pose, rechtzeitiges Setzen des Anhiebs
Die richtige Pose: Klein und unauffällig
Auf Schleien haben sich kleine Waggler-Posen bewährt, vorzugsweise in transparentem Grün – das fällt zwischen den Wasserpflanzen nicht auf. Was passiert, wenn eine Schleie den Köder vom Grund nimmt? Sie hebt nicht nur das Wurmbündel an, sondern gleichzeitig das Bleischrot. Die Pose „wächst“ ein Stück aus dem Wasser. Spätestens jetzt solltest du die Rute in die Hand nehmen und den Anhieb setzen. Warte, bis die Schleie ein kleines Stück regelmäßig abgezogen ist, und führe die Rute zügig über den Kopf nach hinten – der Anhieb darf kräftig ausfallen.
Köder für das Schleienangeln
- Lebendköder: Mistwurm, Tauwurm, Maden
- Pflanzliche Köder: Mais, Teig
- Mini-Boilies für weniger Beifänge
- Würmer in lockeren Klumpen aus Erde geknetet
- Futterkörbe mit Mais, Haferflocken, Teig, Lebendfutter
Tipps für das Schleienangeln: Standortwahl und Fressverhalten
Schleien lieben Gewässer mit dichtem Pflanzenwuchs und weichem Grund. Achte auf Gründelspuren – kleine Bläschen, die durch das Wühlen im Sediment entstehen, verraten die Anwesenheit von Schleien. Auch an der Wasseroberfläche können sich Schleien durch plötzliche Bewegungen oder das Aufschlagen mit der Schwanzflosse bemerkbar machen. Die beste Zeit zum Schleienangeln ist abhängig vom Gewässer und Wetter. An warmen Tagen sind die Morgen-, Abend- und Nachtstunden besonders erfolgversprechend. Doch auch mitten am Tag kannst du Schleien fangen, vor allem im Frühling, wenn das Wasser noch kalt ist.
Nutze ein Anfutter, das vor allem die Schleien anlockt und nicht die unerwünschten Beifänge. Zerschneide Würmer mit einer Schere, knete diese in lockere Klumpen aus Erde und wirf die Bälle an den Angelplatz. Diese Wurmbälle entfalten nicht die unmittelbare Lockwirkung eines Trockenfutters, das Weißfische in Scharen anzieht. Die Würmer sind gut verpackt, und die Schleie dringt zum leckeren Kern der Sache vor.
Angeltechniken für Schleie
- Selbsthakmontage: Köder nah am Boden oder direkt auf dem Grund angeboten
- Futterkorb-Montage: Beschwerter Futterkorb hält Montage am Grund und lockt Fische an
- Posenangeln: Verwendung langer Waggler-Posen, klassische Liftmontage für schnelle Reaktion
- Grundangeln: Tiroler Hölzl oder freie Leine bei schlammigen Gewässern
- Posenangeln: Genaues Beobachten der Pose, rechtzeitiges Setzen des Anhiebs
Gerät zum Angeln auf Schleie
Mit einer monofilen Schnur zwischen 0,18 und 0,22 Millimeter lassen sich die Fische gut haken und im Drill von den Wasserpflanzen abhalten. Im Zweifel solltest du die Schnur beim Angeln auf Schleie etwas stärker wählen – erst recht, wenn mit Karpfen als Beifang zu rechnen ist.
Schleienplätze liegen oft an schlammigen Ufern mit vorgeschaltetem Schilfgürtel, deshalb brauchst du einen Unterfangkescher mit langem Teleskopstiel. Dann kannst du die Schleie schon vor den Pflanzen „abschöpfen“. Am besten mit einem engmaschigen Netz; es schont den Fisch, und die Bleischrote können sich darin nicht so leicht festsetzen wie in groben Maschen.
In jedem Fall lohnt es sich, den Köder nach einem Fang schnell wieder ins Wasser zu bringen: Bei einem Ansitz von sechs Stunden konzentrieren sich die Bisse oft auf zwei bis drei Phasen von 15 Minuten. Die Schleie ist im Schwarm unterwegs. Und der Fisch, den du gefangen hast, war mit Sicherheit nicht der einzige am Futterplatz.
Ausrüstung zum Angeln auf Schleie
- Kräftige Matchruten (ca. 30 g Wurfgewicht) oder englische Posenruten (1 bis 1,5 lb Testkurve)
- Stationärrolle mit 0,18 bis 0,22 mm monofiler Schnur
- 0,28er monofile Schnur für Selbsthakmontage
- Futterkörbe für Grundangeln
- Kleine Waggler-Posen (transparentes Grün)
- 6er bis 8er Haken für Wurmbündel
- Unterfangkescher mit langem Teleskopstiel und engmaschigem Netz
Beste Zeiten zum Angeln der Schleie
- Jahreszeiten:
- Frühling (ab März): Flachwasser, kaltes Wasser, kleinere Köder
- Sommer (Juni, Juli, August): Natürliche Nahrung explodiert, große Fressphasen
- Herbst (bis Oktober): Trägeres Verhalten, knappe natürliche Nahrung
- Tageszeiten:
- Frühmorgens (im Hochsommer ab 4.15 Uhr): Erste Beißzeit, dauert 2–3 Stunden
- Abendstunden: Letzte 3 Stunden des Tages, erste 2 Stunden der Nacht
- Mittags (abhängig von Wetter und Gewässer): Vor allem im Frühling bei kaltem Wasser
Bitte Schonzeiten beachten.