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Aalangeln: Geheimnisse der Nachtjäger

Der Aal ist ein faszinierender Fisch, der in der deutschen Angelszene eine besondere Stellung einnimmt. Als nachtaktiver Jäger stellt er Angler vor einzigartige Herausforderungen, die mit der richtigen Taktik und Ausrüstung zu unvergesslichen Angelerlebnissen führen können. Gerade in den warmen Sommermonaten lohnt es sich, die Geheimnisse dieser schlangenartigen Räuber zu ergründen und sich auf die Pirsch in der Dunkelheit zu begeben.

Zweigesichtige Räuber: Breitkopf und Spitzkopf im Porträt

Wusstest du, dass ein Aal im Laufe seines Lebens sein Aussehen verändern kann? In europäischen Gewässern unterscheiden wir zwischen Breitkopf- und Spitzkopf-Aalen – nicht etwa verschiedene Arten, sondern lediglich Variationen derselben Spezies. Der Breitkopf-Aal entwickelt seinen charakteristischen breiten Schädel und kräftige Kiefer durch die Ernährung von größeren Beutetieren wie Krebsen und Kleinfischen. Sein Vetter, der Spitzkopf-Aal, bevorzugt hingegen Insektenlarven und Würmer, was sich in seinem schmaleren, spitzeren Kopf widerspiegelt. Bemerkenswert ist, dass ein einzelner Aal je nach Nahrungsangebot zwischen diesen Formen wechseln kann – ein Chamäleon unter Wasser sozusagen.

Die Größe dieser mysteriösen Fische variiert erheblich. Während männliche Aale selten über 80 cm hinauswachsen, können weibliche Exemplare unter idealen Bedingungen bis zu 1,5 Meter lang werden und stolze 6 kg auf die Waage bringen. Diese extremen Maße werden allerdings nur von rund 50-jährigen Weibchen erreicht. In deutschen Gewässern begegnen wir meist Aalen zwischen 40 und 90 cm – aber jeder erfahrene Aalangler weiß, dass auch größere Exemplare keine Seltenheit sind.

Steckbrief Aal (Anguilla anguilla)

  • Körperform: Schlangenähnlich, langgestreckt
  • Färbung: Dunkelbraun bis olivgrün, Bauch heller
  • Länge: Weibchen bis 150 cm, Männchen selten über 80 cm
  • Gewicht: Bis zu 6 kg, meist zwischen 40–90 cm lang
  • Lebensraum: Flüsse, Seen, Kanäle, Brackwasser
  • Nahrung: Würmer, Krebstiere, Fische, Aas
  • Besonderheit: Nachtaktiv, kann kurze Strecken über Land kriechen
  • Laichzeit: Laicht nur in der Sargassosee

Versteckte Hotspots: Hier lauert der Nachtjäger

Der europäische Aal (Anguilla anguilla) ist ursprünglich in Gewässern beheimatet, die durch Flüsse, Gräben oder Bäche mit dem Atlantik verbunden sind. Doch auch in scheinbar isolierten Binnengewässern können Aale auftauchen – sei es durch menschlichen Besatz oder durch ihre erstaunliche Fähigkeit, über feuchtes Land zu anderen Gewässern zu wandern.

Bei der Suche nach dem perfekten Aalspot solltest du auf ruhige Gewässerbereiche mit markanten Strukturen achten. Wurzeln, umgestürzte Bäume, Steinhaufen und Wasserpflanzen bieten Aalen tagsüber Schutz und sind nachts ideale Jagdreviere. An großen Flüssen wie Elbe oder Rhein sind besonders die Buhnenfelder mit langsam fließendem Wasser vielversprechend. In Seen lohnt sich ein Blick auf Bereiche nahe Schilfgürteln und Seerosenfeldern – hier fühlen sich Aale besonders wohl.

Wo man den Aal findet

  • Flüsse: Strömungsarme Bereiche, unter Brücken, Buhnenfelder
  • Kanäle: Hafengebiete, Schleusen, verkrautete Uferzonen
  • Seen: Nahe Schilfgürtel, Seerosenfelder, versunkene Bäume
  • Brackwasser: Mündungsgebiete von Flüssen, Marschland

Das richtige Geschirr: Robuste Ausrüstung für starke Kämpfer

Beim Aalangeln gilt: robust muss es sein! Da Aale nicht klassisch gedrillt, sondern zügig herangezogen werden sollten, empfehlen sich Aalruten mit einer Länge zwischen drei und vier Metern und einem Wurfgewicht von 60 bis 100 Gramm. Eine etwas weichere Spitze dient gleichzeitig als Bissanzeiger und gibt dir wichtige Informationen über das Verhalten des Fisches am anderen Ende der Leine.

Für die perfekte Ausrüstung benötigst du auch eine passende Aalrolle, die mit der richtigen Schnur bespult ist. Nutze dazu unseren kostenlosen Schnurrechner. Anders als viele andere Fischarten baut der Aal aufgrund seiner runden Körperform im Freiwasser nur wenig Widerstand auf – was ihn im Drill berechenbarer macht. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Unterwasserhindernisse wie Äste in der Nähe sind. Hier kann sich der Aal blitzschnell festschlängeln und entziehen.

Deine Grundausstattung sollte außerdem einen gummierten, feinmaschigen Kescher umfassen – ohne diesen wird der glitschige Aal dir schneller entgleiten als du schauen kannst. Zum Hakenlösen ist ein spezieller langer Hakenlöser oder eine Zange unverzichtbar, da Aale den Köder oft tief schlucken. Für den sicheren Griff empfiehlt sich zudem ein feuchtes Tuch oder einfaches Zeitungspapier. Ein Aaltöter gehört ebenfalls zur Spezialausrüstung für den weidgerechten Umgang mit dem Fang.

Ausrüstung zum Angeln auf Aal

  • Angelruten:
    • Grundrute: 3–4 m, Wurfgewicht 60–100 g
    • Posenrute: 2,70–3,60 m, weiche Spitze für Bisserkennung
  • Rolle:
    • Stationärrolle, robust, mit fein einstellbarer Bremse
  • Schnur & Vorfach:
    • Monofile oder geflochtene Schnur, 0,30–0,40 mm
    • Vorfach: 0,30 mm monofil, ca. 30 cm Länge
  • Kescher:
    • Gummiert, feinmaschig, damit der Aal nicht entwischt

Erfolgsgaranten: Montagen für den Aalfang

Die Königsdisziplin beim Aalangeln ist die Grundmontage mit Laufblei. Hier steckt der Teufel im Detail: Ein sehr scharfer Haken der Größe 2-4, ein nicht zu langes Vorfach aus 0,30er Monofil (30-40 cm reichen völlig aus) und ein Wirbel zwischen Hauptschnur und Vorfach sind unverzichtbar. Der Wirbel verhindert dabei Schnurverwicklungen, die durch die typischen Drehbewegungen des Aals im Drill entstehen können.

Vor dem Wirbel wird eine Perle gefolgt von einem Anti-Tangle-Boom auf die Hauptschnur gefädelt. Dieser kleine Helfer stabilisiert die gesamte Montage beim Auswurf und verhindert ärgerliche Verwicklungen. Das Grundblei – idealerweise 50-60 Gramm schwer – kann bei den meisten Anti-Tangle-Röhrchen bequem per Karabiner befestigt werden.

Für Abenteuerlustige bietet sich auch die Posenmontage an, die besonders in großen Flüssen zum Einsatz kommt. Hier wird eine Feststellpose verwendet, gefolgt von Klemmbleien, die dicht beieinander angebracht werden, damit der Köder direkt am Grund präsentiert wird. Eine zusätzliche Bleikugel kurz vor dem Haken – das sogenannte Signalschrot – erleichtert die Bisserkennung bei vorsichtigen Aalen.

Angeltechniken für Aale

  • Grundangeln: Laufbleimontage mit Tauwurm oder Köderfisch
  • Posenangeln: Knicklichtpose für Nachtangeln, Köder knapp über Grund
  • Aalglöckchen: Zur akustischen Bisserkennung
  • Strömungsangeln: In Flüssen mit schweren Bleien gegen die Strömung

Köder, die Aale nicht widerstehen können

Die Wahl des Köders beim Aalangeln ist entscheidend und hängt oft von der Kopfform des Zielfisches ab: Breitkopf-Aale bevorzugen Köderfische und Fischfetzen, während ihre spitzköpfigen Verwandten eher auf Würmer und kleine Krustentiere ansprechen. Bist du unsicher, welcher Aal-Typ in deinem Gewässer vorherrscht, setze auf eine Kombination aus beiden Köderarten.

Doch die Köderpalette ist deutlich vielfältiger als viele Angler denken. Neben den klassischen Würmern und Köderfischen haben sich auch Garnelen und sogar Käse als echte Geheimtipps erwiesen. Diese ungewöhnlichen Köder können manchmal den entscheidenden Unterschied ausmachen, wenn die üblichen Verdächtigen versagen.

Ein wichtiger Trick: Zerkleinere deine Köder in kleine Stücke. So passen sie nicht nur besser in jedes Aalmaul, sondern setzen auch mehr Lockdüfte frei, die den Fisch aus größerer Entfernung anlocken. Da Aale einen hervorragenden Geruchssinn besitzen, lohnt es sich, den Köder zusätzlich mit Aromastoffen wie Leber, Blut, Fischöl oder Knoblauch zu verfeinern.

Köder für das Aalangeln

  • Naturköder:
    • Tauwürmer, Mistwürmer, Dendrobena-Würmer
    • Köderfische (Rotaugen, Makrelenstücke)
    • Garnelen, Leberstücke, Käse als Geheimtipp
  • Aromatisierte Köder:
    • Mit Fischöl, Blut, Knoblauch verfeinert

Perfektes Timing: Wann der Aal auf Beutezug geht

Die Hauptsaison für den Aalfang erstreckt sich von Mai bis September, wobei die warmen, wolkenverhangenen Nächte im Juli und August besonders erfolgversprechend sind. Als ausgesprochene Nachträuber sind Aale überwiegend in der Dunkelheit aktiv. Achte dabei auf das Wetter: Niedriger Luftdruck, leichter Regen und ein konstanter Südwestwind begünstigen die Aktivität der Aale. Bei Wind aus nördlicher oder östlicher Richtung kannst du hingegen oft lange auf einen Biss warten.

Aale reagieren überraschend sensibel auf Wetterverhältnisse, Jahreszeiten, Temperaturen und teils sogar auf den Mondstand. Viele erfahrene Aalangler schwören auf die Zeit des abnehmenden Mondes, wenn die Nächte besonders dunkel sind. Andere berichten von außergewöhnlichen Fängen bei leichtem Sommerregen, wenn der Wasserstand leicht ansteigt und zusätzliche Nahrung ins Gewässer gespült wird.

Als nachtaktiver Fisch ist der Aal in den ersten drei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit besonders aktiv. Nach einer zwei- bis dreistündigen Pause wird er bis zur Morgendämmerung wieder bissfreudiger. Tagsüber versteckt er sich am Gewässergrund zwischen Steinen, Schlamm und Wasserpflanzen – eine Ausnahme bilden stark bewölkte Tage, an denen Aale manchmal auch bei Tageslicht auf Beutezug gehen.

Für den erfolgreichen Aalfang sind also nicht nur die richtige Ausrüstung und Köder entscheidend, sondern auch das perfekte Timing und ein wenig Geduld. Doch wer einmal die Aufregung eines nächtlichen Aal-Drills erlebt hat, wird immer wieder in die Dunkelheit hinausziehen, um diesen faszinierenden Fisch zu überlisten.

Beste Zeiten zum Angeln des Aals

Jahreszeiten

  • Frühling: Gute Fänge in wärmeren Nächten
  • Sommer: Beste Zeit, vor allem in warmen, bewölkten Nächten
  • Herbst: Aale sind noch aktiv, bevor sie in Winterruhe gehen
  • Winter: Kaum Aktivität, schwer zu fangen

Tageszeiten

  • Abend & Nacht: Hauptaktivität beginnt nach Sonnenuntergang
  • Morgendämmerung: Letzte Bissphase vor Tagesanbruch

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