Heilbuttangeln – Alles für Ihren Trip nach Norwegen

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Der vermutlich beeindruckendste Fisch, der sich im Nordatlantik und teils auch in der Nordsee fangen lässt, ist der Heilbutt. Der auch als Weißer Heilbutt bekannte Fisch zählt, anders als es der Name vermuten lässt, nicht zu den Butten, sondern zu den Schollen. Bei regelmäßigen Fangewichten um 100 Kilogramm beim Angeln mit Handgerät ist es wenig verwunderlich, dass der Heilbutt mit seinen heftigen Drills ein beliebter Zielfisch für Sportangler ist.

Der Heilbutt ist ein Plattfisch, bei dem beide Augen auf der rechten Seite des Körpers liegen und diese Seite nach oben wendet. Die dunkle Färbung der Oberseite passt sich gut an den Meeresboden an, die bei älteren Tieren weiße Unterseite ist von unten unauffällig wenn der Heilbutt im Freiwasser raubt. Zu finden sind Heilbutte hauptsächlich in Nordnorwegen, auf Plateaus in der Nähe von abfallenden Kanten und in sandigen Rinnen mit Strömung. Dort graben sie sich in den festen Sandboden ein und warten auf vorbeischwimmende Beute, oder sie ziehen im Mittelwasser umher. Gut zu beangeln ist der Heilbutt daher vom Boot aus, entweder durch Ausnutzen der Drift und Einholen der Schnur mit Stopps zwischendurch, oder beim Schleppangeln.

Die Ernährung von Heilbutten besteht zum großen Teil aus Fischen wie Dorsch, Schellfisch und Köhler, sowie Krabben und Sandaalen. Daran angepasst fällt die Wahl des Köders meist auf ganze Köderfische am Meeressystem oder Gummifische am Jigkopf. Zu empfehlen ist bei beiden Varianten ein zusätzlicher „Angstdrilling“, der in den Köder eingehakt wird. Das verringert die Zahl der Fehlbisse. Aber auch auf einen Pilker lässt sich ab und zu ein Heilbutt ein, besonders wenn der Drilling noch mit Fischfetzen bestückt wird.

Erfahrenen Hochseeanglern ist bekannt, dass Heilbutte ein besonderes Beißverhalten zeigen. Sie beißen eher zaghaft und knabbern den Köder oft erst an bevor sie richtig zuschnappen. Den Anhieb sollten Sie daher nicht zu früh setzen. Anstatt beim ersten Anzeichen eines Bisses die Rute nach oben zu reißen, sollten Sie den Köder nur wenig stärker bewegen um einen erschrockenen Fisch zu imitieren. Das könnte den Heilbutt zum Biss reizen.

Im Drill mit einem Heilbutt ist bestes Material ein Muss! Nicht alleine das hohe Gewicht einiger Exemplare erfordert eine starke Schnur und stabile Rute, durch die ungewöhnlich starke Schwanzflosse kann ein Heilbutt große Kräfte entfalten. Hat man diesen Plattfisch an die Oberfläche gebracht, ist der Kampf aber noch nicht gewonnen: meist macht sich der Fisch dann noch einmal auf den Weg zum Grund und zieht wieder viel Schnur ab. Ist der Heilbutt endgültig erschöpft, wird er entweder mit einem Flying Gaff oder einer Harpune an Bord geholt. Aber auch hier sollten Sie vorsichtig sein, mit einem Tuch über den Augen kann ein wilder Heilbutt allerdings meist beruhigt werden.

Der Heilbutt wurde als gefährdete Art eingestuft. Das liegt vor allem an der starken Befischung in Verbindung mit der späten Geschlechtsreife, die erst bei einer Körperlänge ab etwa 135cm erreicht ist. In Norwegen ist derzeit ein Mindestmaß von 80cm festgelegt. Das Zurücksetzen eines Heilbutt ist in der Regel unproblematisch, solange der Fisch nicht verletzt wurde.

Haben Sie schon einmal einen Heilbutt oder einen ähnlichen Plattfisch gefangen? Zeigen Sie uns Ihren Fang in den Kommentaren und beschreiben Sie, wie Sie ihn überlistet haben!

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